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An der Grenze ein Stuhl

Grenzen. Während viele Menschen sie als etwas objektives, starres behandeln, sieht die Realität seit Langem ganz anders aus.

Die Bewohnbarkeit von Grenzen ist längst zum Alltag geworden. Sie werden zum eigenen Ort, der sich verändert, der wandert; je nach Willen und Unwillen der Menschen, die entscheiden. Das heißt, gewaltvolles Warten.

Es heißt aber auch, an den Grenzen findet Leben statt. Aller grausamen Gesetze und menschenverachtender Politik zum Trotz.

Eine Reihe mittel- bis großformatiger Gemälde der letzten drei Jahre finden neu zusammen unter dem gemeinsamen Dach des Abseits als Raum, der gefüllt wird mit Geschichten und zu dem wir mit all unserem un-fassbaren Lotterieglück oft genug nur eine distanzierte Beziehung aufbauen können. Die Bewohner*innen der Grenze und ihre Emotionen sind für uns nur durch ihre hinterlassenen Spuren zu erahnen.

Abgründe und zerfließende Horizonte tauchen auf, begleitet von Fußabdrücken des Lebens und des Wartens.
Landschaftsmalerei der politischen Gegenwart.

Gemeinsam mit den Werken des Kassandra Zyklus wurde die Reihe zu 48 Stunden Neukölln 2026 ausgestellt.